Edvard Grieg
Lebenslauf von Edvard Grieg
Edvard Grieg ist der wichtigste Komponist Norwegens und einer der großen Tonsetzer der Welt. Er kam am 15. Juni 1843 in der Hafenstadt Bergen zur Welt, dem Zentrum von Westnorwegen. Der Vater war ein wohlhabender Kaufmann, die Mutter eine sehr begabte Musikerin und Dichterin. Sie spielte ihrem Sohn früh Stücke ihrer Lieblingskomponisten Wolfgang Amadeus Mozart und Carl Maria von Weber („Der Freischütz“) vor. Als Edvard sechs Jahre alt war, bekam er bereits Klavierunterricht. Drei Jahre später notierte der hochmusikalische Junge seine ersten Kompositionen.
1856 brach er nach Deutschland auf und studierte am Leipziger Konservatorium. Dem erst 15-Jährigen fiel der Umzug schwer. Zwei hervorragende Lehrer, Carl Friedrich Wenzel, der mit Robert Schuman befreundet war, und der populäre Klaviervirtuose Ignaz Moscheles, prägten den jungen Mann. Grieg perfektionierte hier seine Technik und Ausdrucksstärke als Pianist.
Mit 19 verließ er Leipzig wieder und rechnete sich eine glanzvolle Karriere in seiner Heimat aus. Doch die intellektuelle und musikalische Herausforderung fehlte ihm. So zog er nach Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt begeisterte den jungen Musiker ein Landsmann, Rikard Nordraak, für die norwegische Volksmusik.
Edvard Grieg schloss Freundschaft mit dem großen Märchendichter Hans Christian Andersen. In Kopenhagen lernte er auch die Sängerin Nina Hagerup kennen – und lieben. Ihr hat er eine seiner wunderbarsten Kompositionen gewidmet, „Ich liebe dich“, die Vertonung eines Andersen-Gedichts.
In Rom lernte Grieg den Dramatiker Henrik Ibsen kennen. Dort erhielt er auch die Nachricht vom Tode Nordraaks. Grieg kehrte in die Heimat zurück. In der Hauptstadt Kristiana (heute Oslo) gründete er eine Musikakademie, gab Unterricht, wurde Orchesterleiter und heiratete 1867 endlich die große Liebe seines Lebens. 1870 weilte der Komponist erneut in Italien und lernte dort Franz Liszt kennen. 1874 beauftragte ihn Ibsen mit der Vertonung seines Theaterstücks „Peer Gynt“ – die Peer-Gynt-Suiten machten Edvard Grieg weltbekannt.
1898 organisierte Grieg in Bergen das erste norwegische Musikfestival überhaupt. Dann verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 4. September 1907 erlag er in seiner Geburtsstadt schließlich den Folgen eines Herzinfarktes.
Edvard Griegs Klavier- und Kammermusik ist romantisch und volksverbunden. Seine Kompositionen feiern die Schönheiten Norwegens.