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Wilhelm Furtwängler

Lebenslauf von Wilhelm Furtwängler

Der deutsche Dirigent und Komponist Wilhelm Furtwängler wurde am 25. Januar 1886 in Berlin-Schöneberg geboren. Sein Vater Adolf Furtwängler war Professor für Archäologie. Seine Jugendzeit verlebte Wilhelm Furtwängler in München, da sein Vater an der dortigen Universität lehrte. Da er sich schon früh für Musik zu interessieren begann, erhielt er ab 1899 privaten Unterricht in Komposition, Klavierspielen und Tonsatz.

Im Jahr 1906 begann Wilhelm Furtwängler zunächst in Berlin als 2. Reciptor zu arbeiten. Danach kam er über Breslau und Zürich wieder zurück nach München, wo er aber nicht lange verweilte. 1910 wurde Furtwängler 3. Kapellmeister in Straßburg und ein Jahr später fungierte er in Lübeck als Dirigent des Vereins der Musikfreunde. Im Jahr 1915 arbeitete Wilhelm Furtwängler in Mannheim als Operndirektor. 1919 wurde er Chefdirigent des Wiener Tonkünstlerorchesters. Von Richard Strauss übernahm er ein Jahr später die Konzerte an der Berliner Staatsoper. 1922 wurde Wilhelm Furtwängler auch Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Daneben fungierte er als Gewandhauskapellmeister im Leipziger Gewandhaus und als Konzertdirektor in Wien, wo er das Wiener Sinfonieorchester dirigierte. Im Jahr 1923 heiratete Furtwängler erstmals. Die Ehe mit der Dänin Zitla Lund hielt jedoch nur bis 1931.

Zu Beginn der 30er Jahre übernahm Wilhelm Furtwängler die Gesamtleitung der Bayreuther Richard Wagner-Festspiele. Zwei Jahre später wurde er auch Leiter der Berliner Staatsoper.
Als 1933 die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler die Macht übernahmen, ernannten sie Wilhelm Furtwängler zum Vizepräsidenten der Reichsmusikkammer. Obwohl die Nazis Fürtwängler hofierten, setzte er sich für jüdische Künstler ein und kritisierte deren Diskriminierung.

1934 führte er, trotz Verbot der Nazis, Felix Mendelssohn Bartholdys Sommernachtstraum auf. Als sich Furtwängler für den verbotenen Komponisten Paul Hindemith einsetzte, musste er von allen Ämtern zurücktreten, absolvierte aber bereits ab 1935 wieder öffentliche Auftritte. Ein für 1936 geplantes Engagement in New York kam nicht zustande.

Nach der Scheidung von seiner ersten Frau Zitla Lund, im Jahr 1943, heiratete Wilhelm Furtwängler kurz darauf die Witwe Elisabeth Ackermann, die ein Jahr später Sohn Andreas E. Furtwängler zur Welt brachte. Ab 1944 hielt sich der Künstler bis zum Ende des 2. Weltkrieges vorwiegend im schweizerischen Luzern auf.
Nach Kriegsende erteilten die als Besatzungsmacht fungierenden amerikanischen Truppen Furtwängler Dirigierverbot, obwohl er nie Mitglied der NSDAP gewesen war. Dennoch musste sich Furtwängler einem Entnazifizierungsverfahren stellen.

1947 wurde Furtwängler, nach Fürsprache von Künstlern wie Yehudi Menuhin und Paul Hindemith, freigesprochen und gab noch im gleichen Jahr ein Konzert der Berliner Philharmoniker, deren Chefidirigent Wilhelm Furtwängler 1952 erneut wurde.

Am 30. November 1954 verstarb Wilhelm Furtwängler in Ebersteinsburg, in der Nähe von Baden-Baden, im Alter von 68 Jahren.

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